Donauabenteuer – von Budapest bis Batina
Donauabenteuer – von Budapest bis Batina

Donauabenteuer – von Budapest bis Batina

Manche Reisen bleiben einfach im Gedächtnis. Diese Woche auf der Donau war definitiv eine davon.

Der Wunsch, nach und nach unbekannte Abschnitte der Donau zu berudern – und vielleicht irgendwann sogar bis ans Schwarze Meer zu gelangen – brachte bereits im vergangenen Jahr eine kleine Gruppe Gleichgesinnter aus dem RV Nibelungen und Donau Linz zusammen. Gemeinsam wurde damals die Strecke von Bratislava nach Budapest zurückgelegt.

Heuer ging das Abenteuer mit leicht veränderter Besetzung weiter: von Budapest Richtung Süden bis Batina.

Zu fünft machte sich die vereinsübergreifende Mannschaft im Anschluss an die Davibra auf den Weg. Mit an Bord: Zelte, Schlafsäcke, Proviant, Wassersäcke und alles, was man für eine Woche unterwegs braucht. Das Konzept war bewusst einfach: möglichst flexibel bleiben und dort übernachten, wo sich am Ende des Tages ein geeigneter Platz findet – auf einem Campingplatz oder direkt am Ufer der Donau.

Tagsüber ging es bei hochsommerlichen Temperaturen flussabwärts. Abends wurden die Zelte aufgeschlagen, gemeinsam gekocht, Abkühlung in der Donau gesucht und die Erlebnisse des Tages geteilt. Mal lag das Nachtlager nahe einem Campingplatz, mal direkt auf einem breiten Donaustrand.

Dass sich auf einer solchen Reise nicht alles planen lässt, zeigte sich eindrucksvoll bei Paks. Wegen Bauarbeiten beim dortigen AKW war die Donau vollständig gesperrt. Militär, Polizei, Baustelle – und fünf Ruderinnen und Ruderer mit einem schwer beladenen Boot mittendrin. Für einen Moment sah es tatsächlich so aus, als könnte die Reise hier vorzeitig enden.

Doch nach einigen Gesprächen fand sich eine ebenso unerwartete wie abenteuerliche Lösung: Das Gepäck wurde kurzerhand in der Schaufel eines Radladers über die Baustelle transportiert, während Soldaten dabei halfen, das Boot auf die andere Seite zu bringen. Ein Erlebnis, das wohl niemand aus der Gruppe so schnell vergessen wird.

Die dadurch verlorene Zeit ließ sich bei großer Hitze und mit dem schwer beladenen Boot nicht mehr aufholen. Das ursprünglich geplante Ziel Aljmaš rückte damit außer Reichweite – und Batina wurde kurzerhand zum neuen Endpunkt. Doch bei einer solchen Reise gehört schließlich auch das Improvisieren zum Abenteuer.

Die letzte Etappe führte durch das Grenzgebiet zwischen Ungarn, Kroatien und Serbien. Ab Mohác hielt sich die Gruppe überwiegend auf der kroatischen Seite. Naturschutzgebiete und teilweise als vermint ausgewiesene Bereiche auf der einen sowie die EU-Außengrenze zu Serbien auf der anderen Seite machten Landgänge wenig ratsam. So wurden die Pausen kurzerhand im Boot verbracht – auch das gehört zu einer Wanderfahrt, die etwas anders verläuft als geplant.

In Batina wartete schließlich Fahrer, Safet mit dem Anhänger, der auch mit seinen Sprachkenntnissen eine große Hilfe war. Das Boot wurde verladen, für die letzte Nacht ging es noch über die Grenze ins serbische Bezdan. Beim Zoll dürften fünf sonnengegerbte, zerzauste und nach einer Woche Outdoor-Leben vermutlich nicht mehr ganz taufrische Ruderinnen und Ruderer samt Bootssäcken für einen durchaus interessanten Anblick gesorgt haben. Nach einigen Fragen war aber auch diese letzte kleine Hürde genommen.

Am Abend fand die Reise in einem Lokal direkt an der Donau ihren perfekten Abschluss. Bei regionalem Essen und Musik wurden die vergangenen Tage noch einmal lebendig: die Hitze und die vielen geruderten Kilometer, die Nächte am Fluss, unerwartete Hindernisse, improvisierte Lösungen – und vor allem die vielen gemeinsamen Erlebnisse.

Eine Woche voller Abenteuer, Gemeinschaft, Improvisation und besonderer Momente – eine Reise, die wohl allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Und die Donau? Sie fließt weiter Richtung Schwarzes Meer. Vielleicht führt eines der nächsten Abenteuer wieder ein Stück weiter mit ihr.

Sandra Sollberger

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