Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, angesagter starker Wind und die wieder einmal pünktlich zum Jahreswechsel grassierende Grippewelle: Das waren keine guten Voraussetzungen für das Silvesterrudern am letzten Tag des Jahres 2025. Statt der angemeldeten zehn Ruder:innen fanden sich schließlich vier Unentwegte in unserem Bootshaus in Linz ein, um die insgesamt 25 Kilometer zur Regattastrecke in Ottensheim und zurück per Boot zu bewältigen. Ein fünftes Vereinsmitglied gesellte sich dazu, gab allerdings für den Transfer dem warmen Auto den Vorzug.
Die „Linz“, unser leichter C-Vierer, war schnell aus dem Bootshaus geholt und auf den Transportwagen verladen. Nun bestand die Herausforderung darin, heil bis zum Donauufer zu kommen: Nach den Schneefällen der vergangenen Tage waren die Wege rund um unser Bootshaus einigermaßen glatt, und auf unserem eisernen Bootssteg hatte sich eine tückische Eisschicht gebildet. Bis auf zwei minimale Ausrutscher ging aber alles gut und wir konnten pünktlich um 10.30 Uhr Richtung Ottensheim starten. Der Westwind war deutlich spürbar, hielt sich aber während der gesamten Fahrt in gerade noch erträglichen Grenzen. Eine weitere Herausforderung für die Ruder:innen und ihren Steuermann war der extrem niedrige Wasserstand von weniger als 350 cm am Pegel Linz-Nibelungenbrücke: Wir machten Bekanntschaft mit Steinen und Felsbrocken in der Donau, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Mit der nötigen Vor- und Umsicht war aber auch das gut zu meistern.
Geselliges Beisammensein am wärmenden Feuer
In Puchenau begegneten wir mehreren Booten unserer Ruderfreunde vom RV Wiking Linz, der auch diesmal wieder zum gemeinsamen Silvesterrudern geladen und in bewährter Manier die Verpflegung sowie das Lagerfeuer an der Regattastrecke organisiert hatte Diesmal waren angesichts einer Außentemperatur von −6 °C die warme Gulaschsuppe und die wärmenden Flammen besonders willkommen. Wegen der Temperaturen fiel das gemütliche Beisammensein in Ottensheim heuer auch etwas kürzer aus als üblich. Dennoch war genug Zeit für den gegenseitigen Austausch mit den zahlreichen Ruder:innen von mehreren oberösterreichischen Vereinen, die auch heuer wieder den Weg nach Ottensheim gefunden hatten, sei es mit dem Boot oder mit dem Auto. Für zusätzliche Abwechslung sorgte eine kleine Showeinlage in Form einer Bootsbergung: Der Holzvierer, der sich auf der Regattastrecke selbstständig gemacht hatte, konnte von zwei beherzten Ruderern rechtzeitig wieder an Land geholt werden, bevor er auf den Strom hinausgetrieben wurde. Und die Mannschaft wird die Kraft von Wind und Strömung beim nächsten „Einparken“ bestimmt nicht mehr unterschätzen.
Nachdem das Boot geborgen, der Sekt geleert und das Feuer gelöscht waren, ging es für die vier DONAU-Linz-Ruder:innen wieder zurück Richtung Bootshaus. Mit dem immer noch kräftigen Wind im Rücken war das Ziel bald erreicht – und das bis auf eine Begegnung mit dem Polizeiboot „Lentia“ und seiner wie immer äußerst rücksichtsvollen Besatzung völlig wellenfrei. Auch das Aussteigen am heimischen Steg wurde trotz der eisigen Verhältnisse unfallfrei gemeistert, im einsetzenden Schneefall ging es dann schnellen Schrittes zurück zum Bootshaus. Jetzt war es richtig kalt. So kalt, dass wir auf eine ausführliche Bootsreinigung im Freien leider verzichten mussten. Sie hätte auch nicht viel gebracht, waren doch die Skulls und Teile des Boots von einer kräftigen Eisschicht überzogen.
Die vier kälteresistenten Ruder:innen (am Ende kommt’s eh nur auf die richtige Balance zwischen Zahl an Kleidungsschichten und Erhalt einer ausreichenden Bewegungsfreiheit an) wünschten sich noch schnell einen guten Rutsch und verabschiedeten sich dann schnell in Richtung ihrer warmen Wohnungen bzw. zumindest in die nächste geheizte Straßenbahn. Für einen gemütlichen Ausklang im Bootshaus war’s diesmal eindeutig zu ungemütlich. Gelegenheiten zum Zusammensitzen wird’s im neuen Ruderjahr aber bestimmt noch genug geben, die erste gemeinsame Ausfahrt kommt schneller, als man derzeit glauben möchte. Und bis dahin sind sicher auch die „Linz“ und ihre Skulls wieder aufgetaut. Auf ein tolles Ruderjahr 2026!
Bericht und Bilder: Daniel Kortschak















